Trauer am Arbeitsplatz: Wie Führungskräfte mit dem Tod eines Mitarbeiters umgehen können
Für Führungskräfte stellt sich deshalb eine schwierige Frage:
Wie gehe ich als Führungskraft mit einem Todesfall im Team um?
Wie spreche ich mit meinen Mitarbeiter über den Verlust? Wie viel Raum darf Trauer am Arbeitsplatz bekommen? Und wie kann ich gleichzeitig dafür sorgen, dass das Team Orientierung und Stabilität erhält?
Trauer am Arbeitsplatz darf sichtbar sein
Wenn ein Mensch stirbt, lässt sich die emotionale Reaktion nicht einfach an der Bürotür abgeben.
Trauer kann sich auf Konzentration, Leistungsfähigkeit, Kommunikation und Beziehungen innerhalb des Teams auswirken. Manche Mitarbeiter möchten über den verstorbenen Kollegen oder die verstorbene Kollegin sprechen. Andere ziehen sich zurück. Wieder andere versuchen, möglichst schnell wieder zum normalen Arbeitsalltag zurückzukehren.
Es gibt keine „richtige“ Art zu trauern.
Eine wichtige Aufgabe von Führungskräften besteht deshalb darin, unterschiedliche Reaktionen zu akzeptieren und gleichzeitig einen sicheren Rahmen zu schaffen.
Ein einfaches:
„Es tut mir sehr leid. Wenn Sie darüber sprechen möchten, bin ich für Sie da.“,
kann mehr bewirken als viele gut gemeinte Ratschläge.
Was tun bei einem Todesfall im Team?
Nach dem Tod eines Mitarbeiters stehen Führungskräfte häufig vor konkreten Entscheidungen.
Soll das gesamte Team informiert werden?Wie soll die Nachricht übermittelt werden?Soll eine gemeinsame Gedenkminute stattfinden?Wie viel Arbeitsausfall ist zu erwarten?Wer braucht möglicherweise zusätzliche Unterstützung?
Gerade in den ersten Tagen ist klare und wertschätzende Kommunikation wichtig.
Dabei sollte die Führungskraft nicht versuchen, die Trauer der Mitarbeiter zu steuern.
Es geht vielmehr darum, Orientierung zu geben und gleichzeitig Raum für individuelle Reaktionen zu lassen.
Führungskraft und Trauer: Zwischen Empathie und Verantwortung
Führungskräfte befinden sich in einer besonderen Position.
Sie sollen für ihre Mitarbeiter da sein, Entscheidungen treffen und den Betrieb aufrechterhalten. Gleichzeitig können sie selbst vom Tod eines Mitarbeiters stark betroffen sein.
Das kann zu einem inneren Druck führen:
„Ich muss jetzt stark sein.“
Doch auch Führungskräfte dürfen traurig sein.
Professionelle Führung bedeutet nicht, die eigenen Gefühle zu verdrängen. Sie bedeutet, mit der eigenen Betroffenheit bewusst umzugehen und gleichzeitig Verantwortung für das Team zu übernehmen.
Wenn die Belastung zu groß wird, kann professionelle psychosoziale Beratung oder Trauerbegleitung eine wertvolle Unterstützung sein.
Was Führungskräfte nach einem Todesfall vermeiden sollten
Einige gut gemeinte Aussagen können für Trauernde belastend sein:
- „Die Zeit heilt alle Wunden.“
- „Du musst jetzt nach vorne schauen.“
- „Er/Sie hätte bestimmt gewollt, dass du weitermachst.“
- „Wir sollten langsam wieder zur Normalität zurückkehren.“
Besser ist es, Trauer nicht zu bewerten oder zeitlich einzuordnen.
Zuhören. Nachfragen. Aushalten. Respektieren.
Und akzeptieren, dass Trauer nicht nach einem festen Zeitplan funktioniert.
Trauerbegleitung für Unternehmen und Teams
Ein Todesfall im Unternehmen kann eine Führungskraft und ein gesamtes Team vor große Herausforderungen stellen.
Professionelle Trauerbegleitung am Arbeitsplatz kann dabei unterstützen, einen angemessenen Umgang mit dem Verlust zu finden.
Dabei kann es beispielsweise um die Begleitung von Führungskräften, Gespräche mit Mitarbeiter oder die Unterstützung eines Teams nach einem Todesfall gehen.
Ein Todesfall verändert ein Team.
Gute Führung bedeutet in diesem Moment nicht, sofort Antworten zu haben.
Gute Führung bedeutet, menschlich zu bleiben und gleichzeitig Orientierung zu geben.
Denn auch am Arbeitsplatz gilt:
Trauer braucht Raum. Menschen brauchen Halt. Und niemand muss damit allein bleiben.
Wenn Sie als Führungskraft oder Unternehmen Unterstützung im Umgang mit einem Todesfall, Trauer im Team oder der Begleitung betroffener Mitarbeiter suchen, können Sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.